Eliza ( Foren-Mitglied reallusion )hat mich ermutigt, meine Erfahrungen mit iClone weiter zu berichten.
Also, zunächst habe ich mir die Tutorials von Reallusion ausgedruckt, da ich ein Mensch bin, der erstmal alles vor Augen haben muss, um es zu verstehen, also Gedrucktes in Wort und Bild. Die Clips von reallusion bei youTube mit step 1 to 20 kommen dann bei mir, wenn ich das Gelesene repetieren oder direkt umsetzen möchte.
Aber jeder Mensch lernt anders. Ich brauchs halt erstmal schriftlich, ausgedruckt.
Vom Ergebnis des Ausgedruckten war ich allerdings recht enttäuscht: Teilweise fehlerhafte Links zu Fotos und doppelte Texte. Also viel ausgedruckt, aber im Endeffekt liegt mir nichts Ordentliches vor, in das ich mich einarbeiten kann.
Dann habe ich noch ein wenig Learning bei Doing betrieben, aber das ist für mich nicht der Weg, schnell und effektiv ans Ziel zu kommen.
Also zunächst etwas frustriert über die ausgedruckten Tutorials und dann sehe ich auch noch, dass die Version 3 am 8.8. erscheint, aber finde keinen Hinweis, wie ich von 2.5 auf 3 upgraden kann.
Nur, dass ich die Version 2 nochmal bestellen kann und dann die Version 3 umsonst dazu erhalte.
Also irgendwie fühle ich mich als Kunde etwas verarscht.
Und warum es zwei Foren gibt, das reallusion- und das coolclone-Forum, leuchtet mir auch nicht so ganz ein. Und beim coolclone-Forum dauert es 2 Tage, bis ein Posting online gestellt wird. Das ist der absolute Frust. So etwas muss ich nicht haben.
Schnelle Fragen-Schnelle Antworten. Alles andere ( Foren, bei denen der Moderator erst nach zwei Tagen ein Posting freischaltet ) ist ja mittelalterlich - oder so was von arrogant, dass man schon darüber lachen müsste. Also coolclones: eher uncool - als Forum in der heutigen Zeit für mich als aktiver Nutzer jedenfalls uninteressant trotz der guten Beiträge, die man dann als passiver Nutzer liest und eben nichts zum Forum beiträgt. Aber vielleicht ist das ja auch so gewollt.
So, das war's für heute.
Samstag, 2. August 2008
Donnerstag, 17. Juli 2008
Als iCloner sollte man seine Englischkenntnisse auffrischen
Beim Durcharbeiten der iClone Tutorials und des iClone Stores ist mir aufgefallen, dass ich einige englische Ausdrücke nachschlagen musste, da sie mir entweder nicht geläufig waren bzw. ich alternative Wörter im englischen Sprachgebrauch benutzt habe.
Egal, ich liste hier mal Wörter auf, die man kennen sollte, wenn man mit iClone als Deutscher arbeitet:
props ( theatrical property ): Theater/Film-Requisiten
grumpy: mürrisch
goofy: albern
scary: ängstlich
stout: kräftig gebaut
grid: Gitter
dummy: hier ein Model ( Mensch ), das bei iClone genutzt wird, um Objekte ( z.B. eine Gitarre ) auf die passende Grösse im Verhältnis zum Menschen zu bringen
discarded: ausrangiert
toggle: umschalten
mesh line: Netz-Gitter
enhance: erweitern
bump: hier Unebenheit
align: ausrichten, anpassen
polygon: Vieleck
achieve: erlangen
doom-like: weltuntergangsmässig
skin texture: Haut-Struktur
nimble: flink
exert: hier - sich anstrengen
mettle: Eifer
tease: necken
weak: schwach
gump ???????? gumption: Schlagfertigkeit
contemplate: nachdenken
convincing: überzeugend
...............wird laufend fortgesetzt...............
Egal, ich liste hier mal Wörter auf, die man kennen sollte, wenn man mit iClone als Deutscher arbeitet:
props ( theatrical property ): Theater/Film-Requisiten
grumpy: mürrisch
goofy: albern
scary: ängstlich
stout: kräftig gebaut
grid: Gitter
dummy: hier ein Model ( Mensch ), das bei iClone genutzt wird, um Objekte ( z.B. eine Gitarre ) auf die passende Grösse im Verhältnis zum Menschen zu bringen
discarded: ausrangiert
toggle: umschalten
mesh line: Netz-Gitter
enhance: erweitern
bump: hier Unebenheit
align: ausrichten, anpassen
polygon: Vieleck
achieve: erlangen
doom-like: weltuntergangsmässig
skin texture: Haut-Struktur
nimble: flink
exert: hier - sich anstrengen
mettle: Eifer
tease: necken
weak: schwach
gump ???????? gumption: Schlagfertigkeit
contemplate: nachdenken
convincing: überzeugend
...............wird laufend fortgesetzt...............
Mittwoch, 16. Juli 2008
Wie ich zum iCloner werde
Hier möchte ich den sicherlich etwas beschwerlichen Weg aufzeichnen, 3D movies mit iClone zu produzieren und allen deutschen Usern der Programme iclone 2 und Crazy Talk 5 Pro sowie 3DExchange Mut machen, den Lern- und Erfahrungsprozess durchzustehen - so wie ich es hoffentlich auch tue.
Gestern habe ich mich zunächst mal mit dem leichteren Programm, Crazy Talk 5 Pro (CT5) auseinander gesetzt und einige Gesichter zum Reden gebracht. Nur mit den Augenblinkern habe ich noch ein Problem. Darauf gehe ich später ein, wenn ich es gelöst habe. SAPI 4 und 5 läuft auch, allerdings suche ich noch deutsche Stimmen, da muss ich morgen mal googeln.
Etwas irritiert bin ich zunächst, dass der Text 1.024 Zeichen nicht überschreiten darf, aber ich bin mir sicher, da finde ich auch eine Lösung. Vielleicht die begenzten SAPI Texte als wav abspeichern und dann die einzelnen wavs in die Timeline kopieren. Naja, so ähnlich könnte das wohl gehen.
Heute habe ich mich dann zunächst mit der Funktionsweise von 3DExchange auseinander gesetzt, da es mir wichtig erscheint, nicht alle 3 D-Elemente für meine Projekte kaufen oder zeitaufwendig selbst herstellen zu müssen.
Weiterhin habe ich einige Illustrated Tutorials zu iClone durchgearbeitet. Ich empfehle anderen auch den Weg, erst zu lesen und danach die Video Tutorials anzuschauen.
Zudem habe ich festgestellt, dass man trotz guter Englischkenntnisse einige Wörter in den Tutorials nicht auf Deutsch parat hat.
Diese Wörter habe ich mir erstmal aufgelistet, damit ich sie mir einpräge.
Das ist ja auch wichtig, wenn man Fragen im Forum von Reallusion postet. Aber vielleicht gibt es ja bald ein deutsches SubForum dort.
Gestern habe ich mich zunächst mal mit dem leichteren Programm, Crazy Talk 5 Pro (CT5) auseinander gesetzt und einige Gesichter zum Reden gebracht. Nur mit den Augenblinkern habe ich noch ein Problem. Darauf gehe ich später ein, wenn ich es gelöst habe. SAPI 4 und 5 läuft auch, allerdings suche ich noch deutsche Stimmen, da muss ich morgen mal googeln.
Etwas irritiert bin ich zunächst, dass der Text 1.024 Zeichen nicht überschreiten darf, aber ich bin mir sicher, da finde ich auch eine Lösung. Vielleicht die begenzten SAPI Texte als wav abspeichern und dann die einzelnen wavs in die Timeline kopieren. Naja, so ähnlich könnte das wohl gehen.
Heute habe ich mich dann zunächst mit der Funktionsweise von 3DExchange auseinander gesetzt, da es mir wichtig erscheint, nicht alle 3 D-Elemente für meine Projekte kaufen oder zeitaufwendig selbst herstellen zu müssen.
Weiterhin habe ich einige Illustrated Tutorials zu iClone durchgearbeitet. Ich empfehle anderen auch den Weg, erst zu lesen und danach die Video Tutorials anzuschauen.
Zudem habe ich festgestellt, dass man trotz guter Englischkenntnisse einige Wörter in den Tutorials nicht auf Deutsch parat hat.
Diese Wörter habe ich mir erstmal aufgelistet, damit ich sie mir einpräge.
Das ist ja auch wichtig, wenn man Fragen im Forum von Reallusion postet. Aber vielleicht gibt es ja bald ein deutsches SubForum dort.
Dienstag, 13. Mai 2008
Dokumentation eines Hundelebens in Deutschland
Ich bin der Hund Giovanni, kurz Gianni genannt.
Ich bin ein Rüde, meine Mutter ist ein Collie, mein Vater ist ein Golden-Retriever.
Ich bin jetzt dreieinhalb Jahre alt, also nach Menschenjahren so Anfang zwanzig.
Ich möchte Euch meine Geschichte erzählen, darf ich?
An meine Zeit als Welpe in den ersten zwei Monaten habe ich eine ganz
schlimme Erinnerung.
Ich kann mich nicht mehr ganz genau erinnern, aber ich entsinne mich an einen
dunklen Raum mit Kacheln und an Kinder, die mich aus Spaß geärgert haben.
Die haben mich am Schwanz gezogen und gelacht. Da waren noch andere
Geschwister von mir. Mit denen haben die das auch gemacht.
Ich dachte, diese Welt besteht nur aus einem dunklen, gekachelten Raum und
Kindern, die mich ärgern wollen.
Ich war sehr traurig in dieser Zeit und war nur froh, dass meine Geschwister bei
mir waren. Aber die waren ja auch noch klein und konnten mir nicht helfen.
Dann kam ein Mann und hat mich und meine Geschwister dort weggeholt. Es
war ein Tierschützer. Er packte mich und meine Geschwister n ein Auto. Die
Fahrt ging von Halle an der Saale nach Quickborn bei Hamburg. Die Fahrt war
für mich die Hölle, aber der Mann hat es ja gut gemeint. Er wollte mich und
meine Geschwister schützen. Doch seit diesem Erlebnis mag ich nicht mehr in
einem Auto fahren. Ich habe seitdem - wie ihr Menschen es nennt - eine Auto-
Phobie.
Aber der Mann hat mich und meine Geschwister zu einer Frau gebracht, die ein
privates Tierheim in der Nähe von Quickborn unterhielt. Dort haben mich keine
Kinder mehr geärgert. Aber es waren ganz viele andere Hunde dort und es
kamen immer Menschen, die durch das Tierheim gelaufen sind. Dann haben wir
immer gebellt.
Ich war nun zwei Wochen bei der netten Frau im Tierheim, mit meinen
Geschwistern und zwei großen Hunden als Elternersatz, da merkte ich, dass sich
zwei Menschen für mich interessierten.
Die rannten immer den Gang mit den anderen Hundezimmern lang, aber kamen
immer wieder zu mir zurück und schauten mich verliebt an. Mensch, war ich
stolz darauf. Oder schauten sie meine Schwester an? Etwas unsicher war ich
schon, und rangelte ich mit meiner Schwester rum, um die Aufmerksamkeit
noch mehr auf mich zu ziehen.
Ich hörte, wie der Mann zu seiner Frau sagte: "ich möchte den Rüden". Die Frau
vom Tierheim sagte dann, dass ich erst noch zu Tierarzt müsse und die Leute
sollen in einer Woche wiederkommen. Da war ich schon traurig. Eigentlich wäre
ich lieber gleich mit den Leuten mitgegengen. Ich merkte, dass sie mich
mochten. Mensch, war das ein schönes Gefühl!
Endlich war eine Woche rum, und die zwei Leute sind tatsächlich
wiedergekommen. Die Frau vom Tierheim trennte mich von meiner Schwester
und setzte mich im Gang ab. Die zwei Menschen von der letzten Woche schienen
mich tatsächlich in ihr Leben aufnehmen zu wollen. Sie hatten schon ein
Halsband und eine Leine mitgebracht und leinten mich an.
Ich merkte, dass ich bald ein neues Zuhause haben würde.
Mensch, war ich froh.
Doch als die Frau vom Tierheim zu den Leuten sagte: "Sie wollten doch
eigentlich eine Hündin. Die Schwester des Rüden ist doch nicht vermittelt
worden. Nun können sie die nehmen..." brach für mich eine Welt zusammen.
Aber als die Leute sagten, sie hätten sich schon eine Woche auf mich
eingerichtet und sogar schon einen Namen für mich - nämlich Gianni - und dass
sie mir schon ein Halsband umgelegt haben und es nicht übers Herz bringen,
mich nun "umzutauschen", da war ich richtig froh.
Doch es dauerte sehr lange, bis ich endlich mit meinen Menschen mitgehen
konnte.
Zuerst mussten sie einen Vertrag unterschreiben und Geld für mich bezahlen.
Ich hatte ja auch drei Wochen im Tierheim Futter bekommen.
Bei Euch Menschen gibt es ja nichts umsonst. Das habe ich schon verstanden.
Einer meiner neuen Menschen nahm mich auf den Arm und brachte mich zu
einem Auto.
Das war keine gute Idee. An solch ein Teil hatte ich keine gute Erinnerung. Ich
zitterte am ganzen Körper.
Nach ein paar Minuten Fahrt wurde mir übel. Aber meine neuen Menschen haben
nicht geschimpft. Sie haben angehalten, es weg gemacht und mich gestreichelt.
Das hat mir gut getan.
Die Fahrt zu meinem neuen zu Hause kam mir wsie eine Ewigkeit vor. Es ging in
die Nähe der Ostseeinsel Fehmarn.
Das Auto mit meinen neuen Menschen hielt irgendwann auf einem Grundstück.
Das Tor zur Einfahrt wurde geschlossen. Es war schon dunkel. Endlich konnte
ich aus dem Auto raus.
Ich suchte sofort Schutz an der nächsten Mauer und legte mich dort hin. Mir war
das alles unheimlich hier. Bisher kannte ich ja nur abgeschlossene, gekachelte
Räume.
Hier pfiff mir ein rauer Ostwind um die Ohren und es roch nach Natur und
Meer.
Ich drückte mich ganz fest gegen die Mauer. Das half mir, die Angst vor der neuen
Umgebung zu überwinden.
Morgen erzähle ich weiter. Bin jetzt müde und muss ne Runde schlafen.
bis dann,
der Hund Gianni
Ich bin ein Rüde, meine Mutter ist ein Collie, mein Vater ist ein Golden-Retriever.
Ich bin jetzt dreieinhalb Jahre alt, also nach Menschenjahren so Anfang zwanzig.
Ich möchte Euch meine Geschichte erzählen, darf ich?
An meine Zeit als Welpe in den ersten zwei Monaten habe ich eine ganz
schlimme Erinnerung.
Ich kann mich nicht mehr ganz genau erinnern, aber ich entsinne mich an einen
dunklen Raum mit Kacheln und an Kinder, die mich aus Spaß geärgert haben.
Die haben mich am Schwanz gezogen und gelacht. Da waren noch andere
Geschwister von mir. Mit denen haben die das auch gemacht.
Ich dachte, diese Welt besteht nur aus einem dunklen, gekachelten Raum und
Kindern, die mich ärgern wollen.
Ich war sehr traurig in dieser Zeit und war nur froh, dass meine Geschwister bei
mir waren. Aber die waren ja auch noch klein und konnten mir nicht helfen.
Dann kam ein Mann und hat mich und meine Geschwister dort weggeholt. Es
war ein Tierschützer. Er packte mich und meine Geschwister n ein Auto. Die
Fahrt ging von Halle an der Saale nach Quickborn bei Hamburg. Die Fahrt war
für mich die Hölle, aber der Mann hat es ja gut gemeint. Er wollte mich und
meine Geschwister schützen. Doch seit diesem Erlebnis mag ich nicht mehr in
einem Auto fahren. Ich habe seitdem - wie ihr Menschen es nennt - eine Auto-
Phobie.
Aber der Mann hat mich und meine Geschwister zu einer Frau gebracht, die ein
privates Tierheim in der Nähe von Quickborn unterhielt. Dort haben mich keine
Kinder mehr geärgert. Aber es waren ganz viele andere Hunde dort und es
kamen immer Menschen, die durch das Tierheim gelaufen sind. Dann haben wir
immer gebellt.
Ich war nun zwei Wochen bei der netten Frau im Tierheim, mit meinen
Geschwistern und zwei großen Hunden als Elternersatz, da merkte ich, dass sich
zwei Menschen für mich interessierten.
Die rannten immer den Gang mit den anderen Hundezimmern lang, aber kamen
immer wieder zu mir zurück und schauten mich verliebt an. Mensch, war ich
stolz darauf. Oder schauten sie meine Schwester an? Etwas unsicher war ich
schon, und rangelte ich mit meiner Schwester rum, um die Aufmerksamkeit
noch mehr auf mich zu ziehen.
Ich hörte, wie der Mann zu seiner Frau sagte: "ich möchte den Rüden". Die Frau
vom Tierheim sagte dann, dass ich erst noch zu Tierarzt müsse und die Leute
sollen in einer Woche wiederkommen. Da war ich schon traurig. Eigentlich wäre
ich lieber gleich mit den Leuten mitgegengen. Ich merkte, dass sie mich
mochten. Mensch, war das ein schönes Gefühl!
Endlich war eine Woche rum, und die zwei Leute sind tatsächlich
wiedergekommen. Die Frau vom Tierheim trennte mich von meiner Schwester
und setzte mich im Gang ab. Die zwei Menschen von der letzten Woche schienen
mich tatsächlich in ihr Leben aufnehmen zu wollen. Sie hatten schon ein
Halsband und eine Leine mitgebracht und leinten mich an.
Ich merkte, dass ich bald ein neues Zuhause haben würde.
Mensch, war ich froh.
Doch als die Frau vom Tierheim zu den Leuten sagte: "Sie wollten doch
eigentlich eine Hündin. Die Schwester des Rüden ist doch nicht vermittelt
worden. Nun können sie die nehmen..." brach für mich eine Welt zusammen.
Aber als die Leute sagten, sie hätten sich schon eine Woche auf mich
eingerichtet und sogar schon einen Namen für mich - nämlich Gianni - und dass
sie mir schon ein Halsband umgelegt haben und es nicht übers Herz bringen,
mich nun "umzutauschen", da war ich richtig froh.
Doch es dauerte sehr lange, bis ich endlich mit meinen Menschen mitgehen
konnte.
Zuerst mussten sie einen Vertrag unterschreiben und Geld für mich bezahlen.
Ich hatte ja auch drei Wochen im Tierheim Futter bekommen.
Bei Euch Menschen gibt es ja nichts umsonst. Das habe ich schon verstanden.
Einer meiner neuen Menschen nahm mich auf den Arm und brachte mich zu
einem Auto.
Das war keine gute Idee. An solch ein Teil hatte ich keine gute Erinnerung. Ich
zitterte am ganzen Körper.
Nach ein paar Minuten Fahrt wurde mir übel. Aber meine neuen Menschen haben
nicht geschimpft. Sie haben angehalten, es weg gemacht und mich gestreichelt.
Das hat mir gut getan.
Die Fahrt zu meinem neuen zu Hause kam mir wsie eine Ewigkeit vor. Es ging in
die Nähe der Ostseeinsel Fehmarn.
Das Auto mit meinen neuen Menschen hielt irgendwann auf einem Grundstück.
Das Tor zur Einfahrt wurde geschlossen. Es war schon dunkel. Endlich konnte
ich aus dem Auto raus.
Ich suchte sofort Schutz an der nächsten Mauer und legte mich dort hin. Mir war
das alles unheimlich hier. Bisher kannte ich ja nur abgeschlossene, gekachelte
Räume.
Hier pfiff mir ein rauer Ostwind um die Ohren und es roch nach Natur und
Meer.
Ich drückte mich ganz fest gegen die Mauer. Das half mir, die Angst vor der neuen
Umgebung zu überwinden.
Morgen erzähle ich weiter. Bin jetzt müde und muss ne Runde schlafen.
bis dann,
der Hund Gianni
Donnerstag, 1. Mai 2008
Meine misslungene Auswanderung nach Litauen
Ich beginne meine Auswanderungs-Story mit dem Tag, als alle unsere Kisten und auseinander gebauten Möbel auf den Spediteur warteten.
An diesem Tag hatten wir schon Wochen des Packens und Planens hinter uns. Nebenbei musste ich auch noch etwas Geld verdienen und zwischen den Umzugskartons meinen "Bürobetrieb" mit den Kommunikationsmitteln Telefon und Internet aufrecht erhalten. Denn ohne Moos nix los. Das ist weltweit so und dieses Gesetz kann man nicht brechen oder zur Seite schieben. Schon gar nicht, wenn man durch eine Auswanderung zusätzliche Kosten verursacht hat, alleine dadurch, dass man sein Hab und Gut dorthin verbringt.
Meinen Spediteur habe ich durch eine Internetbörse gefunden.
Eigentlich wollte ich ja erst selbst mit einem 7,5-Tonner alles nach Litauen bringen, aber dann gab's das Problem, dass man den LKW nicht in Litauen zurückgeben konnte ( angeblich aufgrund versicherungstechnischer Probleme der Vermietfirmen ) und eine Rückgabe des Miet-LKW nur in D Nähe Berlin möglich gewesen wäre. Die Kosten mit Diesel hätten dann für einen 7,5-Tonner etwa 2.100 Euro betragen plus Kosten der "Überführung" meines PKW von der Nordsee nach Litauen plus Übernachtung und Flug oder Bahn von Berlin nach Litauen.
Naja, und über eine Internetbörse habe ich dann versucht, für 2.000 Euro eine Angebot zu bekommen für eine Fracht von etwa 35 Kubikmeter von der Nordsee nach Kaunas. Da hat sich dann eine Spedition aus Herford gemeldet und den Auftrag zu dem Preis angenommen.
Das war das Beste, was uns bei diesem Auswanderungsversuch passiert ist. Die Spedition war zwar nur ein "Zwei-Mann-Unternehmen", bestehend aus einem kranken Vater und einem Sohn, der seinem Vater hilft. Gebürtige Russen, die aber schon lange in Deutschland integriert sind. Menschen, die extrem hart arbeiten, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Diese Menschen waren uns sehr sympatisch. Aber leider machten die beiden einen Fehler, der dazu führte, dass ein Teil unseres Eigentums nicht mehr auf den LKW passte und in D zurückblieb. Doch was daraus wurde, gehört ans Ende meiner Geschichte.
Trotz meiner genauen Berechnung der Kubikmeter unserer Kisten und Möbel war der LKW auf einmal voll - und wie sich später herausstellte, sogar überladen.
Ab diesem Zeitpunkt ging der Stress schon so richtig los, bevor wir überhaupt die Reise angetreten haben. Da spürten wir die Habgier auf zurückgelassenes Eigentum.........................
.... der Fehler, den die Spediteure machten, war der, dass sie nicht rechtzeitig erkannten, dass von den letzten 20 Kartons nur noch 10 Kartons auf dem LKW Platz hatten. Zu diesem Zeitpunkt hätten sie uns warnen müssen, die Kartons nach Priorität zu sortieren. Wir hatten die Kartons mit der höchsten Priorität als die zuletzt zu Ladenden sortiert, da wir beim Einzug die wichtigsten Kartons zuerst ausladen und auspacken wollten. Diese Planung erwies sich im Nachhinein als fataler Fehler, denn das waren dann die 10 wichtigsten Kartons, die nicht mehr in den LKW rein passten. Naja, der LKW war so gegen 14 Uhr so voll, dass die Sackkarre kaum noch rein ging. Dann wurde noch ein Teppich rein gequetscht, der irgendwo zusammengerollt immer wieder übersehen und stehen gelassen wurde und unsere beiden tapferen Russen machten sich auf den Weg nach Kaunas. Sie dachten, in 13 Stunden das Ziel zu erreichen, aber nachdem ich ihnen die Zeitangaben meines TomTom mit 19 Stunden gezeigt habe, meinten die beiden, dass das wohl eher zutreffe als die von ihnen geplanten 13 Stunden.
Bei meiner Planung habe ich mich auch immer wieder gefragt, warum ein 7,5 Tonner nur 2,5 Tonnen Zuladungsmöglichkeit hat und ob die ganzen Möbel, Bücher und vor allem die zwei Kaminöfen von - ich denke mal über 350 kg - nicht zu einer Überladung führen, wenn der LKW bis unter das Dach voll gepackt wird. Aber ich sagte mir, das müssen die beiden ja besser wissen, als ich.
Okay, der vollbeladene LKW war weg und in unserem Haus standen noch die etwa 10 wichtigsten Umzugskartons sowie Gemälde, Staubsauger, Esstisch, Gartengeräte, Rasenmäher, Marmorplatten, Pflanzkübel usw.
Unser Kombi war schon vollbeladen, Gianni - unser Hund - lag im Laderaum auf engstem Raum. Da ging nix mehr rein. Es war Samstag und jetzt schnell eine Lagerung des zurückgebliebenen Hausrats zu finden, war unter dem bestehenden Zeitdruck auch nicht möglich. Also brachten wir noch einige wertvolle Sachen bei Nachbarn unter mit dem Ziel, später die Dinge über eine Spedition als Beiladung nachkommen zu lassen. Aber da war noch diese Dame von einem An- und Verkauf / Haushaltsauflösungen, die von mir beauftragt war, meine Akten auf dem Dachboden zu vernichten und geierte schon auf jedes Teil, dass noch aus dieser Not im Haus zurück blieb. Aber wie schon gesagt, mehr darüber erzähle ich euch am Ende der Story.
Um 15:30 an diesem Samstag fuhren wir dann von der Nordsee los. Bis zur Autobahn Richtung Rostock gings dann bei Marleen los: " Die drei Kisten hinter der Wohnzimmertür, sind die auf dem LKW?" Ich: "Wieso, was war da drin?" Marleen: "Wervolle Sachen, Schmuck, antike Bücher". Ich: "Die sind wohl da geblieben. Auf einer stand Krimskrams drauf" Marleen: "Ja, ich wollte doch nicht drauf schreiben, dass da wertvolle Sachen drin sind". Ich: Vielleicht sind sie doch auf dem LKW...........................
.... als wir auf der Autobahn waren, der E22, meiner "Lieblings-Autobahn", da man so schön schnell und zügig vorankommt wie auf keiner anderen deutschen Autobahn, hörte Marleen dann glücklicherweise so langsam auf, über die drei Umzugskartons zu reden.
Je mehr Asphalt wir hinter uns ließen, desto freier fühlten wir uns auf einmal. Und als wir auf Usedom waren, wussten wir: Bald haben wir unser "gehasstes" Deutschland hinter uns. Der EU-Grenzübergang Ahlbeck, Holpersteine und schon waren wir in Swinoujćie, dann noch mit der Fähre und auf Osteuropa-Karte umgeschaltet. Neues Ziel eingegeben: Kaunas in Litauen. Fragt mich jetzt bloß nicht ob ich den schnellsten oder kürzesten Weg als Vorgabe eingegeben habe, aber vertraute TomTom und seiner Osteuropa-Karte - zunächst noch. Als wir dann aber durch Danzig fuhren, wunderte ich mich schon ein wenig, doch es war mittlerweile 4 bis 5 Uhr morgens und ich hatte Wochen Stress hinter mir, die Nacht vor mir kaum geschlafen und noch das schwerste Stück vor mir, wie sich später dann herausstellte.
Aber der Reihe nach:
Mein TomTom führte mich Richtung Elblag. E77 / 22 - Alles im grünen Bereich. Aber das ging hart auf die russische Grenze zu und das erkannte die Europa-Karte und so gings dann etwa bei Braniewo einen Schwenk nach rechts, also in den Osten, wohin wir ja auch wollten.
Aber nicht die 507 weiter, sondern hart an der russischen Grenze vorbei Richtung Debowięc
Dann führte uns das TomTom auf eine EU-Straße, die allerdings trotz Schildern mit Höchstgeschwindigkeit 70 nur mit 40 und teilweise 30 km zu befahren war, wollte man sein Auto nicht zu Schrott fahren. Solche Schlaglöcher habe ich in meinem Leben noch nie gesehen. Riesige Berge von Sand und Splitt. Es war, als ob man auf einem anderen Stern war. Und seltsamerweise kam uns auch kein Auto entgegen. Allerdings versuchte ich das mit der Uhrzeit zu erklären. Doch komisch kam mir das Ganze trotzdem vor.
Und nach etwa 45 Minuten mit 30 bis 40 km/h war die Straße auf einmal zu Ende.
Ja, ohne vorherigen Hinweis.Laut TomTom hätte sie weiterführen müssen.
Das muss irgendwo gewesen sein zwischen Grotowo und Skarbiec. Aber die Straße zurück, um auf die 510 zu kommen, das wollte ich mir nicht antuen.
Unser Auto ist eigentlich dunkelfarbig, aber durch den ganzen Strassenschotter dieser "Sackgasse" war er mittlerweile gräulich und die Reifen waren eher hellgrau als wie gewohnt schwarz.
Irgendwie haben wir uns dann weiter durch kleine Dörfer südlich der russischen Grenze "durchgeschlagen", so nach dem Motto von Dorf zu Dorf und hoffentlich kommt keiner entgegen, so eng waren die Wege mit tiefen Löchern oder brutalem Kopfsteinpflaster ( das war die schönere Variante ).
Und als ich durch einen Ort namens Stopki kam, wollte ich echt stoppen und nicht weiterfahren.
Durch Liski bin ich, glaube ich dreimal gefahren, aber ich weiß nicht mehr, ob es vor Stopski oder hinter Stopski war............................
... irgendwann, als wir durch diese für uns fast "unrealistische" Gegend fuhren, ging die Sonne auf.
Obwohl ich sehr übermüdet war, erwachten in mir auf einmal alle Lebensgeister und ich fühlte mich wie nach einer lauwarmen Morgendusche, so als ob ich ausgeschlafen, geduscht und frisch einen neuen Tag beginne. Und was für ein Tagesbeginn das war! Ich sah verschlafene Dörfer. Katzen, die unseren Weg kreuzten. Hunde, die uns als Eindringlinge verbellten, Störche, die noch schliefen und Nebelschwaden über ihren versumpften Jagdrevieren. Es war, als ob wir eine Zeitreise um 100 Jahre zurück angetreten hätten.
Ich bin so traurig, dass ich das nicht gefilmt und fotografiert habe. Aber ich war wie in Trance, durchzufahren und möglichst schnell meine neue Heimat, Litauen, zu erreichen. Trotzdem werde ich diese letzten Eindrücke von Polen, dieser Landschaft und der fast unwirklichen Dörfer niemals in meinem Leben vergessen.
Aber auch dort scheinen junge Menschen zu leben, denn in diesen frühen Morgenstunden überholten uns auf den engen Landstraßen auch einige sehr Eilige mit Autos, die so gar nicht zur verträumten Landschaft passten.
Also, ich denke mal, selbst in dieser Region ist der "europäische Aufschwung" schon bei den jungen Leuten angekommen. Zumindest bei den wenigen, die dort nach meiner Einschätzung noch leben.
Alte Leute kamen uns in Pferdekutschen entgegen. Marleen sagte: Ja, das ist so, wie ich es im Fernsehen gesehen habe. Ich stimmte ihr zu. Ja, das war wirklich so. Und die Eindrücke waren auch das Schönste an der Reise nach Litauen.
Und irgendwann waren wir dann bei Goldap und irgendwann erreichten wir die E67 nach Litauen.
Keine Ahnung mehr, wann das war, aber nach meiner Erinnerung so 10 Uhr morgens, noch in Polen, da klingelt unser Handy und der Ehemann unserer Vermieterin war dran und sagte, dass seine Tochter nicht wie abgemacht bei der Übergabe des Hauses anwesend sein könnte, aber sein Nachbar sei bevollmächtigt, Geld anzunehmen für Deposit und "letzte Miete". Keine Frage, wie es uns geht, ob wir eine gute Fahrt hätten. Ich dachte nur: Du Dickes Ei. Was ist das denn für Einer? Mit so Einem werden wir das als Vermieter zu tun haben. Dann fiel mir ein, dass ja bei vorangegangenen Telefonaten auch schon ein paar Mal einfach aufgelegt wurde ( wohl von der Mutter oder der Tochter der Vermieterin ). Wir vermuteten einen Streit zwischen Mutter und Sohn oder Tochter wegen der Vermietung des Hauses. Aber irgendwie habe ich das immer ignoriert, obwohl Marleen seit da sehr, sehr skeptisch war, was den Mann der Vermieterin betraf.
Wenn ich mir jetzt im nach hinein den eMail-Verkehr mit dem Ehemann der Vermieterin durchlese, kann ich erkennen, um was für einen Typen es sich da gehandelt hat: Jemanden, der sich übernommen hat mit einem Hausbau, nicht fertig gebaut hat und nun versucht, durch Betrug und Scheinvermietung an Geld für den weiteren Ausbau des Hauses zu kommen....
Aber zurück zu unserer Reise. Irgendwann mittags am 30.3. überquerten wir die EU-Grenze zu Litauen. Wir hielten auf dem LKW-Parkplatz und umarmten uns. Auf einmal fuhr der LKW mit unserem Hausrat am Rastplatz vorbei und die beiden netten Russen winkten uns zu..
... also hatten wir durch die fehlerhafte Navigation soviel Zeit verloren, dass uns der 7,5 Tonner zu diesem Zeitpunkt eingeholt hat, obwohl er ja nicht schneller als 80 km/h fahren konnte.
Aber wir waren froh, dass unser Hausrat unbeschadet in LT angekommen war. Denkbar ist ja Alles.
Ach so, das habe ich vergessen zu erwähnen: Marleens Mutter ist in Ostpreußen ( Heydekrug ) geboren und bevor Marleen die Autotür öffnete und litauischen Boden betrat, rief sie ihre Mutter an und sagte: "Mutti, du kannst es ja nicht schon jetzt, aber nun betreten wir beide gleichzeitig deine Heimat, wenn auch vorerst nur über Handy." Beide weinten und auch in mir kam so eine Art "Jetzt ist es vollbracht"-Stimmung auf.
Wir rauchten noch eine auf dem LKW-Parkplatz und gaben unserem Hund Gianni Wasser zu trinken. Er schien wie ausgetrocknet zu sein und trank mehr als 1 Liter Wasser auf einmal.
Dann fuhren wir weiter und das erste Auto in Litauen, dem wir begegneten, war ein Leichenwagen. Ich bin ja nicht abergläubig, aber ein seltsames Gefühl war das schon. Und dem begegneten wir immer wieder auf der strecke nach kaunas. Mal überholte ich ihn, dann war er auf einmal wieder vor uns. Durch die Geschwindigkeitsbegrenzung habe ich diesen Leichenwagen einfach nicht von der Hacke bekommen.
landschaftlich gesehen, war da kein Unterschied zu dem Osten von Polen. Wir sahen auch Pferdekutschen und verfallene Häuser. Der einzige erste Unterschied zu Polen war der, dass es in Polen kaum mehr Autos gibt, die älter als 5 Jahre sind. Dies traf in Litauen nicht zu. Hier sah man mehr ältere Autos auf der Straße. Verwundert waren wir auch über den guten Zustand dieser Straße nach Kaunas, aber später haben wir ja dann auch die Straßen vorgefunden, für die man Kettenfahrzeuge braucht.
Egal, Nach einer guten Stunde, irgendwann am Sonntag Nachmittag kamen wir in Kaunas an. Da war ein Riesenstau vor der Abfahrt nach Kulautuva, aber wir mussten erstmal einen Geldautomaten suchen, da wir der Spedition zunächst nur einen Teil bei der Abfahrt bezahlt hatten und den Rest dann bei Ankunft bar bezahlen wollten. Ich denke mal, das ist auch üblich so, denn immerhin war unser gesamter Hausrat auf dem LKW.
Ich fand dann auch einen Geldautomaten und wollte knapp 4.000 Litas ( umgerechnet 1.160 Euro ) abheben. Ich bekam allerdings die Meldung, dass ich maximal pro Tag 2.000 Litas abheben könne ( 580 Euro ). Das habe ich dann erstmal gemacht, um das Geld dem Spediteur zu geben. Auf dem Weg zum Geldautomaten trafen wir unsere beiden Russen dann auch und fuhren erstmal gemeinsam nach Kulautuva.
Die Straße dorthin war dann schon ein anderes Kaliber, Typ off-road mit netten, teilweise fiesen Schlaglöchern. Dann ging es durch einen Wald mit sehr steilen Wegen und Bäumen mit herab hängenden Ästen. Marleen hatte ein wenig Angst um unser Auto. Ich fand es eher cool.
Dann, in Kulautuva angekommen, kamen wir uns zunächst vor, wie in einer "Neu-Reichen-Siedlung".
Aber wir waren nach 24 Stunden Autofahrt viel zu müde, um Alles richtig zu realisieren oder gar zu verarbeiten. Und wir wussten ja, dass wir nun noch einige weitere Stunden mit der Entladung des LKWs zu tun hatten, obwohl wir todmüde waren. Die Straße mit den "Neu-Reichen-Häusern" nahm kein Ende. Ganz am Ende der Straße erkannten wir dann das von uns gemietete Haus. Wir parkten unseren Wagen vor dem Haus und der LKW parkte vor der Garage. Der Nachbar kam auf uns zu und begrüßte uns sehr herzlich, forderte uns auf, unser Auto auf das Grundstück zu fahren. Ich ließ erstmal Gianni, unseren Hund aus dem Auto und schon merkten die vielen anderen Hunde, dass da ein neuer gekommen ist und begrüßten uns mit lautem Bellen. Dann forderte uns der Nachbar auf, mit ihm in das von uns angemietete Haus zu kommen......................................
............ zunächst sah Alles so aus, wie auf den Fotos im Internet und den Fotos, die wir zusätzlich per eMail erhalten haben. Okay, im Wohnzimmer stand nur eine Riesencouch, sonst nichts, aber wir hatten ja jede Menge eigene Möbel und Teppiche mit, die wir teilweise nutzen wollten und dafür Möbel der vermeintlichen Eigentümerin in den Keller / Tiefgarage mit Platz für 5 Autos lt. deren email, unterbringen wollten. Wir hatten vorher auch gefragt, ob genügend Platz für unsere eigenen Möbel sei, da das Haus ja möbliert angeboten wurde.
Unmöblierte Häuser findet man seltsamerweise kaum in Litauen und Polen. Weiß der Geier, warum! Ich habe mir schon den Kopf darüber zerbrochen, worin der Sinn liegt, ein Haus möbliert zu vermieten.
Folgende Theorien fallen mir dazu ein:
1. Man kann den Mietpreis richtig schön in die Höhe treiben, da ja nicht nur Wohnraum, sondern auch noch Möbel vermietet werden.
2. Man sucht junge Leute, die noch keinen eigenen Hausrat haben - aber dann wohl eher die horrenden Mieten nicht zahlen können
3. Man hat Bock auf Miet-Nomaden, für die es ja am Einfachsten ist, ohne eigenen Hausrat weiter zu ziehen.
4. Das Haus ist schon vermietet oder für Eigenbedarf gedacht, man will mal für ein paar Monate Miete einkassieren und kassiert erstmal Deposit und "last rent" und aktuelle Miete und macht von dem Geld erstmal Urlaub.
Ich weiß: Meine Theorien 2 bis 4 sind gewagt, aber mir fallen beim besten Willen keine anderen plausiblen Erklärungen als die Theorie 1 ein, ein Haus möbliert zu vermieten.
Aber zurück zur Hausbegehung. Als wir die anderen Räume sahen, drei Schlafzimmer, von denen ich eines als Büro nutzen wollte, dachte ich nur: Oha, da müssen ja einige dieser Bettchen und Spielzeugschränkchen in den sehr geräumigen Keller / Garage ( für 5 Autos ). Und der letzte große Raum, den ich auch schon verplant hatte war vollgemüllt mit Barhockern, Stühlen, Klimaanlage und Kinderspielzeug.
Als der Nachbar unsere etwas irritierten Blicke sah, sagte er, dass der Eigentümer die Sachen am 2. April abholen wolle. Dann führte er uns weiter in den Keller / Tiefgarage oder was immer das mal werden sollte. Also in der Tiefgarage, in die fünf Autos passen sollten, stand tatsächlich ein Van des Eigentümers und der Rest der Tiefgarage war zugestellt mit Booten, Baumaterial und Verschalungsbrettern.
Ich sagte dem Nachbarn, dass wir hierhin den LKW entladen wollten und wir ja ein Haus gemietet hätten mit Keller. Und dass wir ja gar nicht all unseren Hausrat unterbringen können, ohne diese Lagerungsmöglichkeit. Er zuckte mit den Schultern und sagte, dass es ja noch eine zweite Garage gäbe, rechts neben dem Haus. Dorthin führte ein Weg durch einen Keller wie ein Labyrinth mit vielen kleinen Räumen - alle vollgestopft mit irgendwelchen sachen des Eigentümers. Wir kamen an einer Ausschachtung von etwa 3 Metern vorbei. Der Nachbar sagte, dass da ein Pool gebaut werden soll, und dort eine Sauna, wenn ich mich recht entsinne. Also das basement des Hauses war eine große Baustelle.
Dann kamen wir in die "Zweitgarage". Dort schien der Eigentümer oder Bewohner des Hauses sein Brennholz zu hacken. Und auch hier alles voll von Baumaterial und Brettern. Vielleich hätten wir dort die Hälfte unserer 70 Umzugskartons unterbringen können, aber schon gar nicht unsere Möbel oder die des Eigentümers, die wir nicht nutzen wollten.
Der Nachbar kam dann auf die Idee, unsere Möbel und Kisten halt im ganzen Haus zu verteilen.
Die beiden Russen schauten uns schon verängstigt an wegen der Treppen, denn es war ja abgemacht: Alles in die Tiefgarage oder wie immer man das Teil des Hauses nennen mag.
Ich ging erstmal raus ins Freie, um eine zu schmöcken. Und wollte Gianni aus dem Auto lassen.
Auf einmal merke ich, dass auf der Internetseite das Haus zwar umzäunt war, aber der Zaun war nur zur Straße hin gebaut. Der Rest des Grundstückes war unumzäunt. Auf die Idee, dass ein Grundstück nur einen Zaun als Status-Symbol zur Straße hin hat, bin ich nicht gekommen. Aber nun weiß ich, dass es so etwas auch gibt.
Die beiden Spediteure begannen nun mit dem Entladen des LKW. Der nachbar war wieder auf seinem Grundstück. Er und seine Frau und Kinder bewunderten unseren Gianni. Seine Katze lag auf der Kühlerhaube seines Autos und ich dachte so bei mir: Bitte nicht auf meine Kühlerhaube!
Plötzlich kam der Nachbar, sein Handy am Ohr, ganz aufgeregt zu uns............................
... der Nachbar hatte mittlerweile sein Handy abgeschaltet und sagte uns, dass ihn gerade der Eigentümer des von uns angemieteten Hauses angerufen habe und nicht damit einverstanden sei, dass wir in sein Haus einziehen. Wir erklärten dem Nachbarn, dass wir ja einen Vertrag mit einer Frau abgeschlossen hätten. Wir nannten ihm ihren Namen, zeigten ihm den Mietvertrag. Er sagte: Ja, dass ist die Ehefrau, aber dem Mann gehört das Haus.
Unsere beiden "tapferen Russen", die Spediteure, kamen nun auch hinzu und schnell stellte sich heraus, dass der Nachbar von russischer Herkunft war und dass sich der Nachbar und unsere Spediteure bestens verständigen konnten. Sie bestätigten uns, dass unser Mietvertrag im Grunde wertlos war, da der Mann als Eigentümer die Gewalt über das Haus hat und nicht seine Ehefrau. Und wenn er uns den Zutritt verweigert, nützt uns der Mietvertrag gar nichts, selbst wenn es seine Ehefrau ist.
Nach über 20 Stunden ununterbrochener Autofahrt ohne Schlaf und über eine extrem harte Strecke durch den Nordosten Polens war ich am Ende meiner Kräfte. Ich hatte mich zwar darauf eingerichtet, noch beim Entladen des LKW zu helfen, aber diese Stresssituation war dann doch ein Tick zu viel.
Ich musste erstmal alles neu sortieren:
Also, ich habe in Deutschland alles aufgegeben, bin in ein fremdes Land ausgewandert, habe einen Mietvertrag, habe die April-Miete schon Ende Februar überwiesen und stehe jetzt hier mit meinem Hausrat und der Eigentümer verweigert mir den Zutritt. Ein solches Szenario hatte ich nicht auf meiner Liste.
Vielleicht bei einer Auswanderung in den Kongo, aber doch nicht bei einer Auswanderung in ein EU-Land.
Fragt mich nicht, wie lange ich gebraucht habe, um die Situation erstmal überhaupt zu realisieren.
War es eine viertel Stunde, oder eine halbe Stunde?
Selbst unsere Spediteure waren sprachlos und benötigten auch einige Zeit, um für sich die Gedanken zu ordnen.
Dem Nachbarn war die Situation sehr peinlich und er machte erstmal mit seiner Familie einen Spaziergang.
Mir fiel erstmal ein: Deutsche Botschaft anrufen! Gesagt, getan - aber nein, erstmal musste ich mein Handy aufladen, da es durch die Reise und die sich verändernden Standorte zu Einwahlpunkten schneller entladen hat, als üblicherweise.
Ich habe dann jemanden vom Notdienst der Deutschen Botschaft erreicht. Auf die Frage nach seinem Namen sagte er: "Herr". Ich fragte: Also sind Sie Herr Herr. Er bejahte. Heute verstehe ich natürlich, warum der Herr anonym bleiben wollte - oder sogar musste. Zu dem Zeitpunkt kam mir das schleierhaft vor, aber ich führte das zu diesem Zeitpunkt auf meine Übermüdung zurück.
Ich schilderte dem anonymen Menschen, der sich Herr Herr nannte, meine Situation und er sagte sofort, dass das Usus sei in Litauen, Häuser zum Schein zu vermieten, um Mieteinnahmen im voraus zu kassieren und dann die Mieter nicht einzulassen. Ich möge folgende Dinge beachten:
1. Mein Eigentum im LKW sichern oder in Kaunas einzulagern.
2. Mir ein Hotel für die Nacht zu mieten und auf keinen Fall irgendjemand darüber zu informieren, also keinesfalls jemandem zu sagen, wo ich übernachte.
3. Am Montag den Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Vilnius anzurufen, damit er mir weiterhilft.
Ich informierte die Spediteure über den Inhalt des Gespräches und sie sagten, dass es nicht möglich sei, am Sonntag abend eine Einlagerungsmöglichkeit in Kaunas zu finden und dass sie auch nicht bis Montag in Kaunas bleiben können.
Während wir über die Situation diskutierten, kam der Nachbar vom Spaziergang zurück und gesellte sich zu uns. Es schien, als ob auch er erstmal die Situation verarbeiten musste...................
An diesem Tag hatten wir schon Wochen des Packens und Planens hinter uns. Nebenbei musste ich auch noch etwas Geld verdienen und zwischen den Umzugskartons meinen "Bürobetrieb" mit den Kommunikationsmitteln Telefon und Internet aufrecht erhalten. Denn ohne Moos nix los. Das ist weltweit so und dieses Gesetz kann man nicht brechen oder zur Seite schieben. Schon gar nicht, wenn man durch eine Auswanderung zusätzliche Kosten verursacht hat, alleine dadurch, dass man sein Hab und Gut dorthin verbringt.
Meinen Spediteur habe ich durch eine Internetbörse gefunden.
Eigentlich wollte ich ja erst selbst mit einem 7,5-Tonner alles nach Litauen bringen, aber dann gab's das Problem, dass man den LKW nicht in Litauen zurückgeben konnte ( angeblich aufgrund versicherungstechnischer Probleme der Vermietfirmen ) und eine Rückgabe des Miet-LKW nur in D Nähe Berlin möglich gewesen wäre. Die Kosten mit Diesel hätten dann für einen 7,5-Tonner etwa 2.100 Euro betragen plus Kosten der "Überführung" meines PKW von der Nordsee nach Litauen plus Übernachtung und Flug oder Bahn von Berlin nach Litauen.
Naja, und über eine Internetbörse habe ich dann versucht, für 2.000 Euro eine Angebot zu bekommen für eine Fracht von etwa 35 Kubikmeter von der Nordsee nach Kaunas. Da hat sich dann eine Spedition aus Herford gemeldet und den Auftrag zu dem Preis angenommen.
Das war das Beste, was uns bei diesem Auswanderungsversuch passiert ist. Die Spedition war zwar nur ein "Zwei-Mann-Unternehmen", bestehend aus einem kranken Vater und einem Sohn, der seinem Vater hilft. Gebürtige Russen, die aber schon lange in Deutschland integriert sind. Menschen, die extrem hart arbeiten, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Diese Menschen waren uns sehr sympatisch. Aber leider machten die beiden einen Fehler, der dazu führte, dass ein Teil unseres Eigentums nicht mehr auf den LKW passte und in D zurückblieb. Doch was daraus wurde, gehört ans Ende meiner Geschichte.
Trotz meiner genauen Berechnung der Kubikmeter unserer Kisten und Möbel war der LKW auf einmal voll - und wie sich später herausstellte, sogar überladen.
Ab diesem Zeitpunkt ging der Stress schon so richtig los, bevor wir überhaupt die Reise angetreten haben. Da spürten wir die Habgier auf zurückgelassenes Eigentum.........................
.... der Fehler, den die Spediteure machten, war der, dass sie nicht rechtzeitig erkannten, dass von den letzten 20 Kartons nur noch 10 Kartons auf dem LKW Platz hatten. Zu diesem Zeitpunkt hätten sie uns warnen müssen, die Kartons nach Priorität zu sortieren. Wir hatten die Kartons mit der höchsten Priorität als die zuletzt zu Ladenden sortiert, da wir beim Einzug die wichtigsten Kartons zuerst ausladen und auspacken wollten. Diese Planung erwies sich im Nachhinein als fataler Fehler, denn das waren dann die 10 wichtigsten Kartons, die nicht mehr in den LKW rein passten. Naja, der LKW war so gegen 14 Uhr so voll, dass die Sackkarre kaum noch rein ging. Dann wurde noch ein Teppich rein gequetscht, der irgendwo zusammengerollt immer wieder übersehen und stehen gelassen wurde und unsere beiden tapferen Russen machten sich auf den Weg nach Kaunas. Sie dachten, in 13 Stunden das Ziel zu erreichen, aber nachdem ich ihnen die Zeitangaben meines TomTom mit 19 Stunden gezeigt habe, meinten die beiden, dass das wohl eher zutreffe als die von ihnen geplanten 13 Stunden.
Bei meiner Planung habe ich mich auch immer wieder gefragt, warum ein 7,5 Tonner nur 2,5 Tonnen Zuladungsmöglichkeit hat und ob die ganzen Möbel, Bücher und vor allem die zwei Kaminöfen von - ich denke mal über 350 kg - nicht zu einer Überladung führen, wenn der LKW bis unter das Dach voll gepackt wird. Aber ich sagte mir, das müssen die beiden ja besser wissen, als ich.
Okay, der vollbeladene LKW war weg und in unserem Haus standen noch die etwa 10 wichtigsten Umzugskartons sowie Gemälde, Staubsauger, Esstisch, Gartengeräte, Rasenmäher, Marmorplatten, Pflanzkübel usw.
Unser Kombi war schon vollbeladen, Gianni - unser Hund - lag im Laderaum auf engstem Raum. Da ging nix mehr rein. Es war Samstag und jetzt schnell eine Lagerung des zurückgebliebenen Hausrats zu finden, war unter dem bestehenden Zeitdruck auch nicht möglich. Also brachten wir noch einige wertvolle Sachen bei Nachbarn unter mit dem Ziel, später die Dinge über eine Spedition als Beiladung nachkommen zu lassen. Aber da war noch diese Dame von einem An- und Verkauf / Haushaltsauflösungen, die von mir beauftragt war, meine Akten auf dem Dachboden zu vernichten und geierte schon auf jedes Teil, dass noch aus dieser Not im Haus zurück blieb. Aber wie schon gesagt, mehr darüber erzähle ich euch am Ende der Story.
Um 15:30 an diesem Samstag fuhren wir dann von der Nordsee los. Bis zur Autobahn Richtung Rostock gings dann bei Marleen los: " Die drei Kisten hinter der Wohnzimmertür, sind die auf dem LKW?" Ich: "Wieso, was war da drin?" Marleen: "Wervolle Sachen, Schmuck, antike Bücher". Ich: "Die sind wohl da geblieben. Auf einer stand Krimskrams drauf" Marleen: "Ja, ich wollte doch nicht drauf schreiben, dass da wertvolle Sachen drin sind". Ich: Vielleicht sind sie doch auf dem LKW...........................
.... als wir auf der Autobahn waren, der E22, meiner "Lieblings-Autobahn", da man so schön schnell und zügig vorankommt wie auf keiner anderen deutschen Autobahn, hörte Marleen dann glücklicherweise so langsam auf, über die drei Umzugskartons zu reden.
Je mehr Asphalt wir hinter uns ließen, desto freier fühlten wir uns auf einmal. Und als wir auf Usedom waren, wussten wir: Bald haben wir unser "gehasstes" Deutschland hinter uns. Der EU-Grenzübergang Ahlbeck, Holpersteine und schon waren wir in Swinoujćie, dann noch mit der Fähre und auf Osteuropa-Karte umgeschaltet. Neues Ziel eingegeben: Kaunas in Litauen. Fragt mich jetzt bloß nicht ob ich den schnellsten oder kürzesten Weg als Vorgabe eingegeben habe, aber vertraute TomTom und seiner Osteuropa-Karte - zunächst noch. Als wir dann aber durch Danzig fuhren, wunderte ich mich schon ein wenig, doch es war mittlerweile 4 bis 5 Uhr morgens und ich hatte Wochen Stress hinter mir, die Nacht vor mir kaum geschlafen und noch das schwerste Stück vor mir, wie sich später dann herausstellte.
Aber der Reihe nach:
Mein TomTom führte mich Richtung Elblag. E77 / 22 - Alles im grünen Bereich. Aber das ging hart auf die russische Grenze zu und das erkannte die Europa-Karte und so gings dann etwa bei Braniewo einen Schwenk nach rechts, also in den Osten, wohin wir ja auch wollten.
Aber nicht die 507 weiter, sondern hart an der russischen Grenze vorbei Richtung Debowięc
Dann führte uns das TomTom auf eine EU-Straße, die allerdings trotz Schildern mit Höchstgeschwindigkeit 70 nur mit 40 und teilweise 30 km zu befahren war, wollte man sein Auto nicht zu Schrott fahren. Solche Schlaglöcher habe ich in meinem Leben noch nie gesehen. Riesige Berge von Sand und Splitt. Es war, als ob man auf einem anderen Stern war. Und seltsamerweise kam uns auch kein Auto entgegen. Allerdings versuchte ich das mit der Uhrzeit zu erklären. Doch komisch kam mir das Ganze trotzdem vor.
Und nach etwa 45 Minuten mit 30 bis 40 km/h war die Straße auf einmal zu Ende.
Ja, ohne vorherigen Hinweis.Laut TomTom hätte sie weiterführen müssen.
Das muss irgendwo gewesen sein zwischen Grotowo und Skarbiec. Aber die Straße zurück, um auf die 510 zu kommen, das wollte ich mir nicht antuen.
Unser Auto ist eigentlich dunkelfarbig, aber durch den ganzen Strassenschotter dieser "Sackgasse" war er mittlerweile gräulich und die Reifen waren eher hellgrau als wie gewohnt schwarz.
Irgendwie haben wir uns dann weiter durch kleine Dörfer südlich der russischen Grenze "durchgeschlagen", so nach dem Motto von Dorf zu Dorf und hoffentlich kommt keiner entgegen, so eng waren die Wege mit tiefen Löchern oder brutalem Kopfsteinpflaster ( das war die schönere Variante ).
Und als ich durch einen Ort namens Stopki kam, wollte ich echt stoppen und nicht weiterfahren.
Durch Liski bin ich, glaube ich dreimal gefahren, aber ich weiß nicht mehr, ob es vor Stopski oder hinter Stopski war............................
... irgendwann, als wir durch diese für uns fast "unrealistische" Gegend fuhren, ging die Sonne auf.
Obwohl ich sehr übermüdet war, erwachten in mir auf einmal alle Lebensgeister und ich fühlte mich wie nach einer lauwarmen Morgendusche, so als ob ich ausgeschlafen, geduscht und frisch einen neuen Tag beginne. Und was für ein Tagesbeginn das war! Ich sah verschlafene Dörfer. Katzen, die unseren Weg kreuzten. Hunde, die uns als Eindringlinge verbellten, Störche, die noch schliefen und Nebelschwaden über ihren versumpften Jagdrevieren. Es war, als ob wir eine Zeitreise um 100 Jahre zurück angetreten hätten.
Ich bin so traurig, dass ich das nicht gefilmt und fotografiert habe. Aber ich war wie in Trance, durchzufahren und möglichst schnell meine neue Heimat, Litauen, zu erreichen. Trotzdem werde ich diese letzten Eindrücke von Polen, dieser Landschaft und der fast unwirklichen Dörfer niemals in meinem Leben vergessen.
Aber auch dort scheinen junge Menschen zu leben, denn in diesen frühen Morgenstunden überholten uns auf den engen Landstraßen auch einige sehr Eilige mit Autos, die so gar nicht zur verträumten Landschaft passten.
Also, ich denke mal, selbst in dieser Region ist der "europäische Aufschwung" schon bei den jungen Leuten angekommen. Zumindest bei den wenigen, die dort nach meiner Einschätzung noch leben.
Alte Leute kamen uns in Pferdekutschen entgegen. Marleen sagte: Ja, das ist so, wie ich es im Fernsehen gesehen habe. Ich stimmte ihr zu. Ja, das war wirklich so. Und die Eindrücke waren auch das Schönste an der Reise nach Litauen.
Und irgendwann waren wir dann bei Goldap und irgendwann erreichten wir die E67 nach Litauen.
Keine Ahnung mehr, wann das war, aber nach meiner Erinnerung so 10 Uhr morgens, noch in Polen, da klingelt unser Handy und der Ehemann unserer Vermieterin war dran und sagte, dass seine Tochter nicht wie abgemacht bei der Übergabe des Hauses anwesend sein könnte, aber sein Nachbar sei bevollmächtigt, Geld anzunehmen für Deposit und "letzte Miete". Keine Frage, wie es uns geht, ob wir eine gute Fahrt hätten. Ich dachte nur: Du Dickes Ei. Was ist das denn für Einer? Mit so Einem werden wir das als Vermieter zu tun haben. Dann fiel mir ein, dass ja bei vorangegangenen Telefonaten auch schon ein paar Mal einfach aufgelegt wurde ( wohl von der Mutter oder der Tochter der Vermieterin ). Wir vermuteten einen Streit zwischen Mutter und Sohn oder Tochter wegen der Vermietung des Hauses. Aber irgendwie habe ich das immer ignoriert, obwohl Marleen seit da sehr, sehr skeptisch war, was den Mann der Vermieterin betraf.
Wenn ich mir jetzt im nach hinein den eMail-Verkehr mit dem Ehemann der Vermieterin durchlese, kann ich erkennen, um was für einen Typen es sich da gehandelt hat: Jemanden, der sich übernommen hat mit einem Hausbau, nicht fertig gebaut hat und nun versucht, durch Betrug und Scheinvermietung an Geld für den weiteren Ausbau des Hauses zu kommen....
Aber zurück zu unserer Reise. Irgendwann mittags am 30.3. überquerten wir die EU-Grenze zu Litauen. Wir hielten auf dem LKW-Parkplatz und umarmten uns. Auf einmal fuhr der LKW mit unserem Hausrat am Rastplatz vorbei und die beiden netten Russen winkten uns zu..
... also hatten wir durch die fehlerhafte Navigation soviel Zeit verloren, dass uns der 7,5 Tonner zu diesem Zeitpunkt eingeholt hat, obwohl er ja nicht schneller als 80 km/h fahren konnte.
Aber wir waren froh, dass unser Hausrat unbeschadet in LT angekommen war. Denkbar ist ja Alles.
Ach so, das habe ich vergessen zu erwähnen: Marleens Mutter ist in Ostpreußen ( Heydekrug ) geboren und bevor Marleen die Autotür öffnete und litauischen Boden betrat, rief sie ihre Mutter an und sagte: "Mutti, du kannst es ja nicht schon jetzt, aber nun betreten wir beide gleichzeitig deine Heimat, wenn auch vorerst nur über Handy." Beide weinten und auch in mir kam so eine Art "Jetzt ist es vollbracht"-Stimmung auf.
Wir rauchten noch eine auf dem LKW-Parkplatz und gaben unserem Hund Gianni Wasser zu trinken. Er schien wie ausgetrocknet zu sein und trank mehr als 1 Liter Wasser auf einmal.
Dann fuhren wir weiter und das erste Auto in Litauen, dem wir begegneten, war ein Leichenwagen. Ich bin ja nicht abergläubig, aber ein seltsames Gefühl war das schon. Und dem begegneten wir immer wieder auf der strecke nach kaunas. Mal überholte ich ihn, dann war er auf einmal wieder vor uns. Durch die Geschwindigkeitsbegrenzung habe ich diesen Leichenwagen einfach nicht von der Hacke bekommen.
landschaftlich gesehen, war da kein Unterschied zu dem Osten von Polen. Wir sahen auch Pferdekutschen und verfallene Häuser. Der einzige erste Unterschied zu Polen war der, dass es in Polen kaum mehr Autos gibt, die älter als 5 Jahre sind. Dies traf in Litauen nicht zu. Hier sah man mehr ältere Autos auf der Straße. Verwundert waren wir auch über den guten Zustand dieser Straße nach Kaunas, aber später haben wir ja dann auch die Straßen vorgefunden, für die man Kettenfahrzeuge braucht.
Egal, Nach einer guten Stunde, irgendwann am Sonntag Nachmittag kamen wir in Kaunas an. Da war ein Riesenstau vor der Abfahrt nach Kulautuva, aber wir mussten erstmal einen Geldautomaten suchen, da wir der Spedition zunächst nur einen Teil bei der Abfahrt bezahlt hatten und den Rest dann bei Ankunft bar bezahlen wollten. Ich denke mal, das ist auch üblich so, denn immerhin war unser gesamter Hausrat auf dem LKW.
Ich fand dann auch einen Geldautomaten und wollte knapp 4.000 Litas ( umgerechnet 1.160 Euro ) abheben. Ich bekam allerdings die Meldung, dass ich maximal pro Tag 2.000 Litas abheben könne ( 580 Euro ). Das habe ich dann erstmal gemacht, um das Geld dem Spediteur zu geben. Auf dem Weg zum Geldautomaten trafen wir unsere beiden Russen dann auch und fuhren erstmal gemeinsam nach Kulautuva.
Die Straße dorthin war dann schon ein anderes Kaliber, Typ off-road mit netten, teilweise fiesen Schlaglöchern. Dann ging es durch einen Wald mit sehr steilen Wegen und Bäumen mit herab hängenden Ästen. Marleen hatte ein wenig Angst um unser Auto. Ich fand es eher cool.
Dann, in Kulautuva angekommen, kamen wir uns zunächst vor, wie in einer "Neu-Reichen-Siedlung".
Aber wir waren nach 24 Stunden Autofahrt viel zu müde, um Alles richtig zu realisieren oder gar zu verarbeiten. Und wir wussten ja, dass wir nun noch einige weitere Stunden mit der Entladung des LKWs zu tun hatten, obwohl wir todmüde waren. Die Straße mit den "Neu-Reichen-Häusern" nahm kein Ende. Ganz am Ende der Straße erkannten wir dann das von uns gemietete Haus. Wir parkten unseren Wagen vor dem Haus und der LKW parkte vor der Garage. Der Nachbar kam auf uns zu und begrüßte uns sehr herzlich, forderte uns auf, unser Auto auf das Grundstück zu fahren. Ich ließ erstmal Gianni, unseren Hund aus dem Auto und schon merkten die vielen anderen Hunde, dass da ein neuer gekommen ist und begrüßten uns mit lautem Bellen. Dann forderte uns der Nachbar auf, mit ihm in das von uns angemietete Haus zu kommen......................................
............ zunächst sah Alles so aus, wie auf den Fotos im Internet und den Fotos, die wir zusätzlich per eMail erhalten haben. Okay, im Wohnzimmer stand nur eine Riesencouch, sonst nichts, aber wir hatten ja jede Menge eigene Möbel und Teppiche mit, die wir teilweise nutzen wollten und dafür Möbel der vermeintlichen Eigentümerin in den Keller / Tiefgarage mit Platz für 5 Autos lt. deren email, unterbringen wollten. Wir hatten vorher auch gefragt, ob genügend Platz für unsere eigenen Möbel sei, da das Haus ja möbliert angeboten wurde.
Unmöblierte Häuser findet man seltsamerweise kaum in Litauen und Polen. Weiß der Geier, warum! Ich habe mir schon den Kopf darüber zerbrochen, worin der Sinn liegt, ein Haus möbliert zu vermieten.
Folgende Theorien fallen mir dazu ein:
1. Man kann den Mietpreis richtig schön in die Höhe treiben, da ja nicht nur Wohnraum, sondern auch noch Möbel vermietet werden.
2. Man sucht junge Leute, die noch keinen eigenen Hausrat haben - aber dann wohl eher die horrenden Mieten nicht zahlen können
3. Man hat Bock auf Miet-Nomaden, für die es ja am Einfachsten ist, ohne eigenen Hausrat weiter zu ziehen.
4. Das Haus ist schon vermietet oder für Eigenbedarf gedacht, man will mal für ein paar Monate Miete einkassieren und kassiert erstmal Deposit und "last rent" und aktuelle Miete und macht von dem Geld erstmal Urlaub.
Ich weiß: Meine Theorien 2 bis 4 sind gewagt, aber mir fallen beim besten Willen keine anderen plausiblen Erklärungen als die Theorie 1 ein, ein Haus möbliert zu vermieten.
Aber zurück zur Hausbegehung. Als wir die anderen Räume sahen, drei Schlafzimmer, von denen ich eines als Büro nutzen wollte, dachte ich nur: Oha, da müssen ja einige dieser Bettchen und Spielzeugschränkchen in den sehr geräumigen Keller / Garage ( für 5 Autos ). Und der letzte große Raum, den ich auch schon verplant hatte war vollgemüllt mit Barhockern, Stühlen, Klimaanlage und Kinderspielzeug.
Als der Nachbar unsere etwas irritierten Blicke sah, sagte er, dass der Eigentümer die Sachen am 2. April abholen wolle. Dann führte er uns weiter in den Keller / Tiefgarage oder was immer das mal werden sollte. Also in der Tiefgarage, in die fünf Autos passen sollten, stand tatsächlich ein Van des Eigentümers und der Rest der Tiefgarage war zugestellt mit Booten, Baumaterial und Verschalungsbrettern.
Ich sagte dem Nachbarn, dass wir hierhin den LKW entladen wollten und wir ja ein Haus gemietet hätten mit Keller. Und dass wir ja gar nicht all unseren Hausrat unterbringen können, ohne diese Lagerungsmöglichkeit. Er zuckte mit den Schultern und sagte, dass es ja noch eine zweite Garage gäbe, rechts neben dem Haus. Dorthin führte ein Weg durch einen Keller wie ein Labyrinth mit vielen kleinen Räumen - alle vollgestopft mit irgendwelchen sachen des Eigentümers. Wir kamen an einer Ausschachtung von etwa 3 Metern vorbei. Der Nachbar sagte, dass da ein Pool gebaut werden soll, und dort eine Sauna, wenn ich mich recht entsinne. Also das basement des Hauses war eine große Baustelle.
Dann kamen wir in die "Zweitgarage". Dort schien der Eigentümer oder Bewohner des Hauses sein Brennholz zu hacken. Und auch hier alles voll von Baumaterial und Brettern. Vielleich hätten wir dort die Hälfte unserer 70 Umzugskartons unterbringen können, aber schon gar nicht unsere Möbel oder die des Eigentümers, die wir nicht nutzen wollten.
Der Nachbar kam dann auf die Idee, unsere Möbel und Kisten halt im ganzen Haus zu verteilen.
Die beiden Russen schauten uns schon verängstigt an wegen der Treppen, denn es war ja abgemacht: Alles in die Tiefgarage oder wie immer man das Teil des Hauses nennen mag.
Ich ging erstmal raus ins Freie, um eine zu schmöcken. Und wollte Gianni aus dem Auto lassen.
Auf einmal merke ich, dass auf der Internetseite das Haus zwar umzäunt war, aber der Zaun war nur zur Straße hin gebaut. Der Rest des Grundstückes war unumzäunt. Auf die Idee, dass ein Grundstück nur einen Zaun als Status-Symbol zur Straße hin hat, bin ich nicht gekommen. Aber nun weiß ich, dass es so etwas auch gibt.
Die beiden Spediteure begannen nun mit dem Entladen des LKW. Der nachbar war wieder auf seinem Grundstück. Er und seine Frau und Kinder bewunderten unseren Gianni. Seine Katze lag auf der Kühlerhaube seines Autos und ich dachte so bei mir: Bitte nicht auf meine Kühlerhaube!
Plötzlich kam der Nachbar, sein Handy am Ohr, ganz aufgeregt zu uns............................
... der Nachbar hatte mittlerweile sein Handy abgeschaltet und sagte uns, dass ihn gerade der Eigentümer des von uns angemieteten Hauses angerufen habe und nicht damit einverstanden sei, dass wir in sein Haus einziehen. Wir erklärten dem Nachbarn, dass wir ja einen Vertrag mit einer Frau abgeschlossen hätten. Wir nannten ihm ihren Namen, zeigten ihm den Mietvertrag. Er sagte: Ja, dass ist die Ehefrau, aber dem Mann gehört das Haus.
Unsere beiden "tapferen Russen", die Spediteure, kamen nun auch hinzu und schnell stellte sich heraus, dass der Nachbar von russischer Herkunft war und dass sich der Nachbar und unsere Spediteure bestens verständigen konnten. Sie bestätigten uns, dass unser Mietvertrag im Grunde wertlos war, da der Mann als Eigentümer die Gewalt über das Haus hat und nicht seine Ehefrau. Und wenn er uns den Zutritt verweigert, nützt uns der Mietvertrag gar nichts, selbst wenn es seine Ehefrau ist.
Nach über 20 Stunden ununterbrochener Autofahrt ohne Schlaf und über eine extrem harte Strecke durch den Nordosten Polens war ich am Ende meiner Kräfte. Ich hatte mich zwar darauf eingerichtet, noch beim Entladen des LKW zu helfen, aber diese Stresssituation war dann doch ein Tick zu viel.
Ich musste erstmal alles neu sortieren:
Also, ich habe in Deutschland alles aufgegeben, bin in ein fremdes Land ausgewandert, habe einen Mietvertrag, habe die April-Miete schon Ende Februar überwiesen und stehe jetzt hier mit meinem Hausrat und der Eigentümer verweigert mir den Zutritt. Ein solches Szenario hatte ich nicht auf meiner Liste.
Vielleicht bei einer Auswanderung in den Kongo, aber doch nicht bei einer Auswanderung in ein EU-Land.
Fragt mich nicht, wie lange ich gebraucht habe, um die Situation erstmal überhaupt zu realisieren.
War es eine viertel Stunde, oder eine halbe Stunde?
Selbst unsere Spediteure waren sprachlos und benötigten auch einige Zeit, um für sich die Gedanken zu ordnen.
Dem Nachbarn war die Situation sehr peinlich und er machte erstmal mit seiner Familie einen Spaziergang.
Mir fiel erstmal ein: Deutsche Botschaft anrufen! Gesagt, getan - aber nein, erstmal musste ich mein Handy aufladen, da es durch die Reise und die sich verändernden Standorte zu Einwahlpunkten schneller entladen hat, als üblicherweise.
Ich habe dann jemanden vom Notdienst der Deutschen Botschaft erreicht. Auf die Frage nach seinem Namen sagte er: "Herr". Ich fragte: Also sind Sie Herr Herr. Er bejahte. Heute verstehe ich natürlich, warum der Herr anonym bleiben wollte - oder sogar musste. Zu dem Zeitpunkt kam mir das schleierhaft vor, aber ich führte das zu diesem Zeitpunkt auf meine Übermüdung zurück.
Ich schilderte dem anonymen Menschen, der sich Herr Herr nannte, meine Situation und er sagte sofort, dass das Usus sei in Litauen, Häuser zum Schein zu vermieten, um Mieteinnahmen im voraus zu kassieren und dann die Mieter nicht einzulassen. Ich möge folgende Dinge beachten:
1. Mein Eigentum im LKW sichern oder in Kaunas einzulagern.
2. Mir ein Hotel für die Nacht zu mieten und auf keinen Fall irgendjemand darüber zu informieren, also keinesfalls jemandem zu sagen, wo ich übernachte.
3. Am Montag den Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Vilnius anzurufen, damit er mir weiterhilft.
Ich informierte die Spediteure über den Inhalt des Gespräches und sie sagten, dass es nicht möglich sei, am Sonntag abend eine Einlagerungsmöglichkeit in Kaunas zu finden und dass sie auch nicht bis Montag in Kaunas bleiben können.
Während wir über die Situation diskutierten, kam der Nachbar vom Spaziergang zurück und gesellte sich zu uns. Es schien, als ob auch er erstmal die Situation verarbeiten musste...................
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